Forschungsgruppe Altern und Lebenslauf (FALL)

Veröffentlichungen: ?Burkart/Kohli 1992

 

Günter Burkart & Martin Kohli (1992): Liebe, Ehe, Elternschaft. Die Zukunft der Familie. München: Piper.



Dieses Buch handelt von den Umwegen und Seitenpfaden, aber auch den ganz gewöhnlichen Bahnen, denen die meisten von uns folgen, um schließlich in Ehe und Familie anzukommen. Der Schwerpunkt liegt nicht auf den spektakulären Einzelerscheinungen, sondern auf der Vielfalt des Alltäglichen; auch auf dem, was oft übersehen wird, wenn vom Wandel der Familie die Rede ist. Wir wollen eine Grundlage für die Diskussion um die Zukunft der Familie schaffen - eine bessere Grundlage, als sie gerade bei diesem Thema häufig anzutreffen ist, wo kurzlebige Erscheinungen über Gebühr in den Vordergrund geschoben werden, wenn findige Journalisten ein neues Phänomen entdeckt zu haben glauben.

Wir verknüpfen soziologische Überlegungen und statistische Informationen mit Einsichten, die wir aus Gesprächen mit Frauen und Männern aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen gewonnen haben. Wir stellen einzelne Probleme und Lebensformen detailliert dar: zum Beispiel Kinderlosigkeit, Alleinleben, Scheidung und Wiederverheiratung, die heimliche Liebe zur Familie, die Gleichgültigkeit gegenüber der Ehe, nichteheliches Zusammenleben. Wir versuchen, den Zusammenhang zwischen diesen Erscheinungsformen modernen Lebens auszuleuchten und sie vor ihrem historischen Entstehungshintergrund zu erklären. Immer aber kommen unsere Gesprächspartner selber ausführlich zu Wort.

Wenn wir so viele Frauen und vergleichsweise wenige Männer in unseren Fallbeispielen darstellen, dann mag das auch an unserem größeren Interesse für das andere Geschlecht liegen. Aber es spricht einiges dafür, daß die Frauen heute die interessanteren Lebensgeschichten haben - zumindest interessanter im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung. Und es sind immer häufiger die Frauen, von denen in Liebe, Ehe und Elternschaft die Initiative ausgeht.

Die Leserinnen und Leser, die wir uns beim Schreiben vorgestellt haben, sind nicht die Spezialisten und Experten aus der Familienforschung. Es sind die Frauen und Männer, die ihre eigenen Erfahrungen in der Spiegelung durch andere wiederfinden möchten und zugleich daran interessiert sind, wie es außerhalb ihres Lebenskreises, in den anderen Abteilen unserer Gesellschaft, zugeht.


Das Buch faßt die Ergebnisse der Forschungsprojekts Der Bedeutungswandel von Paarbeziehungen, Ehe und Elternschaft zusammen.


Inhalt:

Vorwort

Ist die Familie noch zu retten?

Paare unter Individualisierungsdruck

Stabilitätsverlust und Emanzipation

Zusammenleben mit und ohne Trauschein

Wo die Familie noch selbstverständlich ist

Eine Alternative zum Ehe-Gefängnis?

Verhinderte Ehepaare

Die neuen Gleichgültigkeit

Fortsetzungsehen

Alleinleben - Getrenntleben

Kinderlosigkeit

Kind und Karriere

Individualismus und Familiensinn im Konflikt

Partnerschaft und Arbeitsteilung

Treue und Trennungsgründe

Der Milieu-Vergleich: Die Vielfalt der Wege in die Zukunft

Tabellarischer Anhang
Bibliographischer Anhang


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